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Fritz Storch

 

 

Ökonomischer Direktor
geb. 21. 9. 1899 in Stettin/Pommern
hingerichtet 4. 7. 1951 in Moskau

Zuletzt wohnte er in Berlin-Treptow. Storch stammte aus einer Arbeiterfamilie, war verheiratet
und hatte zwei Töchter. Während des Zweiten Weltkriegs war er als Sachbearbeiter
in der Abteilung Finanzen im Amt des Distrikts Lublin tätig und gehörte der NSDAP
an. Nach der Rückkehr der Familie in die Heimatstadt Berlin arbeitete Storch als Buchhalter
bei verschiedenen Unternehmen und ab August 1950 als Ökonomischer Direktor des Reichsbahnfernmeldewerkes in Berlin-Oberschöneweide. Seit 1947 war er Mitglied der SED. Storch wurde am 27. 1. 1951 in Berlin-Treptow wegen abfälliger Bemerkungen über das SED-Regime, des Besitzes westdeutscher Zeitungen sowie des Kontakts zu einem ehemaligen SS-Offizier in seiner Wohnung durch das MfS verhaftet. Storch war bis Ende März 1951 in Berlin-Karlshorst inhaftiert und wurde dann an das SMT in Berlin-Lichtenberg überstellt. Keiner seiner Mithäftlinge im MGB-Untersuchungsgefängnis Karlshorst konnte über ein weiteres Lebenszeichen berichten. Das SMT Nr. 48240 verurteilte Storch am 25. 4. 1951 in Berlin-Lichtenberg wegen Spionage für den britischen Geheimdienst zum Tode durch Erschießen. Das Präsidium des Obersten Sowjets lehnte sein Gnadengesuch am 30. 6. 1951 ab. Das Todesurteil wurde am 4. 7. 1951 in Moskau vollstreckt. Die GWP rehabilitierte ihn am 29. 3. 1999.

Quelle: Roginskij, Arsenij / Drauschke, Frank / Kaminsky, Anna (Hrsg.), „Erschossen in Moskau…“ Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950–1953, Metropol Verlag Berlin, 4. Aufl. 2020, S. 419.