Donnerstag, den 12.11.2026 um 14.00 Uhr
Sielower Landstraße 101
03044 Cottbus
Roland Kurtze, ein Sänger, geboren. 8. 2. 1927 in Hohenleipisch/Prov. Sachsen.
Zuletzt wohnte er in Cottbus/Brandenburg. Kurtze stammte aus einer Angestelltenfamilie, war geschieden und von 1943 bis 1944 als Chorsänger im Stadttheater Cottbus angestellt. Nachdem er im März 1944 beim RAD in Calau war, wurde er zur Flakausbildung nach Rottweil verlegt. Ab November 1945 bis Juli 1950 hatte er wechselnde Engagements als Chorsänger. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung war er jedoch ohne Anstellung.
Er wurde am 17. 11. 1950 im Zug Berlin-Cottbus gemeinsam mit seinem Freund Hans Henke durch die Transportpolizei verhaftet. Man fand bei beiden Beteiligten insgesamt 8000 Flugblätter der KgU. Während der ersten Ermittlungen gaben sie zu Protokoll, bereits vor den Wahlen zur Volkskammer vom 15. 10. 1950 regimekritische Flugblätter der KgU aus West-Berlin eingeführt und diese in Cottbus verteilt zu haben. Laut MfS-Bericht sammelten sie darüber hinaus Informationen über Kasernen, Flugplätze und Autonummern der Roten Armee und leiteten diese an westliche Geheimdienste weiter.
Kurtze wurde gemeinsam mit Hans-Joachim Walter Henke am 22. 11. 1950 in die UHA Potsdam überstellt und am 27. 11. 1950 auf Anforderung durch das MfS an die SKK übergeben. Das SMT Nr. 48240 verurteilte Kurtze zusammen mit Hans-Joachim Walter Henke am 8. 3. 1951 wegen Spionage und Verbreitung antisowjetischer Literatur zum Tode durch Erschießen. Das Präsidium des Obersten Sowjets lehnte sein Gnadengesuch am 5. 5. 1951 ab. Das Todesurteil wurde am 14. 5. 1951 in Moskau vollstreckt. Die GWP rehabilitierte ihn am 3. 9. 2001.
Veranstalter: MEMORIAL Deutschland e.V. zusammen mit dem Cottbusser Verein Aufarbeitung Cottbus e. V.
Quelle: Roginskij, Arsenij / Drauschke, Frank / Kaminsky, Anna (Hrsg.): „Erschossen in Moskau…“ Die deutschen Opfer des Stalinismus auf dem Moskauer Friedhof Donskoje 1950–1953, Metropol Verlag, Berlin (4. Aufl. 2020) [Erstauflage 2005].