Seit sechs Jahren ist das Projekt „Die letzte Adresse“ in Deutschland präsent. Es hat sich inzwischen fest etabliert, erhält immer mehr Anerkennung und ist zu einem wichtigen Bestandteil der Arbeit von Memorial Deutschland e. V. geworden.
Im Jahr 2023 wurde das Projekt vom Berliner Kultursenat unterstützt. 2024 verlegte es seinen Schwerpunkt nach Brandenburg und erhielt zusätzlich Förderung durch die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur.
Bisher konnten zwölf Tafeln angebracht werden – keine große Zahl, aber jede einzelne setzt umfangreiche Forschung, viel Zeit, Engagement und Energie voraus. Dafür danken wir herzlich unseren Kolleginnen und Kollegen, deren Enthusiasmus dies möglich gemacht hat.
Das Projekt wächst weiter: Zahlreiche erforschte Schicksale stehen bereits auf der Liste der kommenden Anbringungen.
In diesem Jahr sollen Tafeln in Wittenberge und Werder installiert werden. Sie erinnern zum einen an die am 15. Januar 1951 zum Tode verurteilten Geschwister Johanna und Heiner Kuhfuß, zum anderen an die sogenannte Wittenberger Schülergruppe (Walter Andresen, Hans Joachim Fritz Garn, Horst Henning, Artur Jüngling, Karl Otto Horst Peters, Manfred Schuran, Egon Willi Walter Teichmann und Bernhard Tittel). Viele dieser Jugendlichen starben Ende der 1940er Jahre in Speziallagern oder in DDR-Haft an Unterernährung oder mangelnder medizinischer Versorgung, einer wurde erschossen.
Für die Geschwister Kuhfuß konnte keine Einigung mit dem heutigen Hauseigentümer erzielt werden. Daher wurde die Genehmigung erteilt, die Tafeln auf öffentlichem Grund vor dem Haus anzubringen, in dem die Familie Kuhfuß einst lebte.
Für die Mitglieder der Wittenberger Schülergruppe ist die Anbringung am Gebäude des Gymnasiums der Stadt beantragt. Da die einige ehemaligen Wohnhäuser der Schüler schwer zu ermitteln waren oder nicht mehr existieren, wurde das Gymnasium – ihr gemeinsamer Lern- und Lebensort – symbolisch als ihr letztes Haus gewählt.
Wir hoffen bald über die feierlichen Anbringungen der nächsten Tafeln im Rahmen des Projekts „Die letzte Adresse“ berichten zu können.